Approaches by the German Actuarial Association (DAV) to Ensuring Generational Fairness and Sustainability in Long-Term Care Risk Coverage
Die Fach-AG Finanzen hat richtigerweise die Kapitaldeckung als Baustein für eine generationengerechte Pflegefinanzierung auf die Agenda gesetzt. Sie hat zudem zwei Handlungsfelder unterschieden:
a) die Stabilisierung der heutigen SGB XI-Leistungen mit ergänzender Kapitaldeckung
b) die generationengerechte Finanzierung zusätzlicher Leistungen über das heutige Teilleistungsniveau hinaus
Systematisch hat dabei Option a) Priorität, denn schon die Dynamisierung der heutigen Zahlbeträge des SGB XI im Umlageverfahren würde den Beitragssatz deutlich über das heutige Niveau hinaustreiben und wäre nicht generationengerecht. Es bedarf daher schon zum Werterhalt des heutigen Leistungsniveaus einer kapitalgedeckten Dynamik-Zusatzversicherung. Für a) und b) wiederum gilt gleichermaßen, dass sie nur dann die Pflegefinanzierung insgesamt stabilisieren können, wenn die Beitragssatzdynamik der heutigen SPV durch Einfrieren der Zahlbeträge und Korrekturen von Leistungen mit überproportionaler Ausgabendynamik (z.B. § 43 c; Zugang zu den Pflegegraden) eingedämmt wird. Die sozial-, wirtschafts- und verteilungspolitischen Argumente pro und contra verpflichtende Absicherung sind jeweils abzuwägen.
Die DAV hat der Fach-AG Finanzen des „Zukunftspakts Pflege“ verschiedene Varianten für eine generationengerechte und nachhaltige Absicherung des Pflegefallrisikos vorgelegt, die folgende Teile umfassen:
Teil I: Szenarien-Rechnung für eine verpflichtende kapitalgedeckte Pflegetagegeldversicherung zur Absicherung pflegebedingter Eigenanteile im stationären und ambulanten Bereich im Rahmen der von der Bund-Länder-AG vorgegebenen obligatorischen sozialpolitischen Ausgestaltung
Teil II: Alternative zum Zielbild einer Dynamisierung der Leistungen des SGB XI bei gleichzeitiger Stabilisierung des Beitragssatzes zur Sozialen Pflegeversicherung (SPV) im Rahmen einer Versicherungslösung über eine kapitalgedeckte obligatorische Pflegedynamikversicherung (PDV) anstelle eines Ausbaus des Pflegevorsorgefonds
Teil III: Stärkung der freiwilligen privaten Vorsorge durch verbraucherfreundlichere Rahmenbedingungen und steuerliche Förderung der bestehenden Pflegezusatzprodukte
Nachfolgend werden die einzelnen Varianten erläutert.

