Bewertung von Optionen & Garantien
Überblick
Der Ergebnisbericht behandelt Fragestellungen an welchen Stellen Optionen und Garantien bei Lebensversicherungsprodukten auftreten können und weswegen deren Betrachtung wesentlich ist. Es werden zwei explizite Bewertungsansätze für Optionen und Garantien vorgestellt: einer aus der Optionspreistheorie und einer aus dem Umfeld von Solvency II bzw. dem Market Consistent Embedded Value (MCEV). Wir stellen diese beiden Ansätze vor und vergleichen sie. Der Vergleich wird sowohl in einem theoretischen Ein-Perioden-Modell als auch praktisch anhand von zwei Beispielen durchgeführt. Da für die konkrete Berechnung meist Simulationsrechnungen auf Basis eines Unternehmensmodells notwendig sind, werden in diesem Ergebnispapier auch Grundprinzipien von Unternehmensmodellen diskutiert.
Der Ergebnisbericht betrifft Aktuarinnen und Aktuare im Bereich der Lebensversicherung. Der Verantwortliche Aktuar muss sich gemäß § 4 Abs. 6 Aktuarverordnung zur Bewertung der in die Versicherung eingebetteten Optionen äußern, zumindest sofern es sich um Rückstellungen für drohende Verluste handelt. Innerhalb von Solvency II sind die versicherungstechnischen Rückstellungen unter Berücksichtigung der in die Verträge eingebetteten Optionen und Garantien zu bewerten. Optionen und Garantien sollten darüber hinaus grundsätzlich bei jeder Bewertung von Verpflichtungen in der Lebensversicherung, die Kapitalmarktrisiken beinhalten, berücksichtigt werden. Der Ergebnisbericht ist an die Mitglieder und Gremien der DAV zur Information über den Stand der Diskussion und die erzielten Erkenntnisse gerichtet und stellt keine berufsständisch legitimierte Position der DAV dar.
Verabschiedung
Dieser Ergebnisbericht ist durch den Ausschuss Lebensversicherung am 09. Januar 2026 verabschiedet worden. Er ersetzt den gleichnamigen, von der DAV-Arbeitsgruppe erstellten Hinweis vom 04. März 2019.
