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Aktuarielles Glossar

Die Versicherungs- und Finanzmathematik hat den Ruf, kompliziert und für den Laien schwer verständlich zu sein. An dieser Stelle möchten wir zentrale Begriffe, die in der Tätigkeit der Aktuare eine wichtige Rolle spielen, in prägnanter Form erklären und so zum besseren Verständnis beitragen. Diese Auflistung ist nicht abschließend und wird regelmäßig überarbeitet sowie erweitert.

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Alterungsrückstellung in der PKV

Bereich(e): Krankenversicherung

In Deutschland wird eine auf Dauer konstante Prämie angesetzt unter der Forderung, dass die zu erwartende künftige Prämieneinnahme übereinstimmt mit den zu erwartenden künftigen Leistungen an den „durchschnittlichen Versicherten“ (Äquivalenzprinzip)

Anlagestrategie

Bereich(e): Investment

Die Anlagestrategie – auch „Strategische Asset Allocation“ genannt – beschreibt die Struktur der Vermögenswerte eines Versicherungsunternehmens.

Beitragsanpassung in der PKV

Bereich(e): Krankenversicherung

​Für Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung gibt es strikte gesetzliche Vorgaben. Nur wenn die sogenannten „Auslösender Faktoren“ anspringen, dürfen bzw. müssen die Versicherer die Prämien verändern.

Deckungsrückstellung

Bereich(e): Lebensversicherung

​Die Deckungsrückstellung spielt eine zentrale Rolle in der Finanzierung einer kapitalbildenden Lebensversicherung.

Unter Solvency II werden vorhandene Eigenmittel und regulatorische Kapitalanforderungen verglichen: Ein Versicherungsunternehmen muss jederzeit mindestens so viele Eigenmittel vorhalten wie es die Solvenzanforderungen gemäß Solvency II vorgeben.

IBNR-Reserve

Bereich(e): Schadenversicherung

IBNR-Reserven („Incurred but not reported“) sind Rückstellungen, die der Versicherer für Schäden bereithält, von denen er ausgeht, dass sie bereits eingetreten sind, aber für die noch keine Schadensmeldung eingegangen ist.

Insurance Capital Standards

Bereich(e): Rechnungslegung

​Die Insurance Capital Standards soll die Anforderungen an die Kapitalstandards für international aktive Versicherungsgruppen (IAIGs) vereinheitlichen. Dabei sind der Schutz der Versicherungsnehmer und eine Steigerung der Finanzstabilität entscheidende Punkte.

200-Jahres-Ereignis

Bereich(e): ERM

​Unter Solvency II müssen Versicherungsunternehmen so viele Eigenmittel vorhalten, dass es in den kommenden zwölf Monaten höchstens in einem von 200 Fällen (Jahren) zur Nichteinhaltung der Solvenzanforderungen kommen kann. Im Fachjargon wird entsprechend gern vom 200-Jahres-Ereignis ge-sprochen.

Kompression & Medikalisierung

Bereich(e): Krankenversicherung

​Seit 175 Jahren erhöht sich die Lebenserwartung in Deutschland durchschnittlich um 2,5 Jahre pro Jahrzehnt. Für viele stellt sich die Frage, ob sie die hinzu­gewonnenen Lebensjahre in Gesundheit oder in Krankheit verbringen. Hierzu gibt es in der Forschung zwei Thesen.

​Für die Prämienkalkulation eines Tarifes in der privaten Kranken- und Pflege­versicherung muss der Aktuar u. a. die zu erwartenden Ausgaben abschätzen. Hierzu ermittelt er die zu den Tarifleistungen passenden Kopfschäden.

Langlebigkeit

Bereich(e): Lebensversicherung

​Die Frage, wie lange die Versicherungsnehmer leben, ist eine der zentralen Kalkulationsgrundlagen unter anderem für private Rentenversicherungen.

Nettoverzinsung

Bereich(e): Investment

Die Nettoverzinsung ist eine „Bilanz-Rendite“. Sie wird nach einer festgelegten Formel berechnet: Alle bilanziellen Anlageerträge eines Jahres abzüglich aller bilanzieller Aufwendungen werden durch die Bilanzsumme geteilt. Man erhält das prozentuale Anlageergebnis eines Versicherungsunternehmens gemäß der HGB-Logik.

Portabilität in der bAV

Bereich(e): Altersvorsorge

Portabilität bezeichnet die Möglichkeit, Anwartschaften auf betriebliche Altersversorgung von einem Arbeitgeber bzw. Versorgungsträger auf einen anderen zu übertragen.

Rechnungszins in der PKV

Bereich(e): Krankenversicherung

Die Beträge für die private Krankenversicherung werden in einer Rückstellung angespart, die mit einem festgelegten Wert verzinst wird. Dieser Wert wird als Rechnungszins bezeichnet. Der Rechnungszins darf einen maximalen Zinssatz von derzeit 3,5 %  nicht überschreiten. Diese Grenze wird in der Krankenversicherungsaufsichtsverordnung festgelegt.

Risikomanagementfunktion

Bereich(e): ERM

​Im Rahmen der Einführung von Solvency II wurden vier teilweise neue Rollen – die sogenannten Schlüssel­funktionen – definiert. Alle vier Funktionen unterstützen den Vorstand bzw. die Geschäftsleitung bei der Risikoüberwachung des Unternehmens. Eine dieser Funktionen ist die Risikomanagementfunktion.

SCR und MCR

Bereich(e): ERM

​Unter dem Aufsichtsregime Solvency II wird zwischen den Solvenzkapitalan­forde­­rungen (Solvency Capital Requirement, SCR) und den Mindestkapitalan­forderungen (Minimum Capital Requirement, MCR) unterschieden.

Solvabilitätsquote

Bereich(e): ERM

​Unter Solvency II werden vorhandene Eigenmittel und regulatorische Kapitalanforderungen verglichen: Ein Versicherungsunternehmen muss jederzeit mindestens so viele Eigenmittel vorhalten, wie es die Solvenzkapitalanforderungen gemäß Solvency II vorgeben.

​Damit die Unternehmen genügend Zeit zur Anpassung ihrer Geschäftsmodelle an die neuen Anforderungen von Solvency II haben, können die Aufsichts­behörden die Anwendung von Übergangsmaßnahmen auf Antrag genehmigen. Sie haben zum Ziel, Marktstörungen zu vermeiden.

Ultimate Forward Rate

Bereich(e): Lebensversicherung, ERM

​Die Ultimate Forward Rate (UFR) ist eine zentrale Steuerungsgröße für langfristige Prognosen der Versicherungsunternehmen und in ihrer Bedeutung vergleichbar mit Normal-Null in der Geografie.

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Weitere Informationen

Haben Sie Vorschläge für weitere Begriffserklärungen oder Rückfragen, können Sie sich gern in der DAV-Geschäftsstelle wenden an:

Erik Staschöfsky
erik.staschoefsky@aktuar.de
0221/912 554-231

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