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Neues Höchstrechnungszinskonzept ermöglicht Garantieprodukte auch unter Solvency II

Berlin, 29. April 2015

​Die Nach­frage der Verbraucher nach Garantie­produkten ist auch in der Niedrig­zins­phase ungebrochen. Deshalb hat die Deutsche Aktuar­vereinigung e. V. (DAV) einen Vorschlag entwickelt, wie auch unter dem ab 1. Januar 2016 geltenden neuen europäischen Aufsichts­system für Versicherungen (Solvency II) das deutsche Erfolgs­modell des Höchst­rechnungs­zinses beibehalten werden kann. Sie schlägt zur Be­wertung der Deckungs­rück­stellung in Zukunft einen zwei­stufigen (Höchst-)Rechnungs­zins vor.

Dieser unter­teilt sich in einen anfäng­lichen und einen abschließenden Wert, der ab dem 16. Vertrags­jahr gilt. Wichtig: Beide werden bereits zu Beginn der Vertrags­lauf­zeit endgültig festgelegt, wobei der finale nie höher als der anfäng­liche sein darf. Dies ist ein Element der vorsichtigen Kalkulation.

Der Vorschlag der DAV erlaubt es, den handels­rechtlichen Bewertungs­ansatz an Situationen anzupassen, in denen die Garantie­verpflichtung aus der Versicherung und die Ausrichtung der zugehörigen Kapital­anlage so aufeinander abgestimmt sind, dass die für die Garantie benötigten Erträge von der Kapital­anlage pass­genau geliefert werden.

Das Modell der DAV trägt zudem dem Gedanken von Solvency II Rechnung. Demnach soll die Re­finanzierung von Zins­zusagen möglichst wenig davon abhängen, was Unternehmen hoffen, zu erwirtschaften; sondern möglichst viel davon, welche Erträge tatsächlich am Kapital­markt nachweisbar erzielbar sind. „Kurzum: Die Bewertung soll zu großen Teilen auf bereits absehbare Kapital­erträge setzen und nicht zu sehr auf Vermutungen", betonte DAV-Vorstand­smitglied Dr. Johannes Lörper.

Bisher war ein Höchst­rechnungs­zins unter Solvency II nicht vorgesehen. „Die Versicherungen wie die Aufsicht haben sich jedoch dafür ausgesprochen, Leit­planken für die Deckungs­rück­stellung für künftige Garantie­produkte im Neu­geschäft aufzustellen", begründete Dr. Lörper die Initiative der DAV.

Darüber hinaus spricht sich die DAV aber auch dafür aus, in Zukunft mehr moderne Produkte ohne Reservierung mit Rechnungs­zins zu ermöglichen. „Eine Mischung beider Produkt­gruppen ist aus aktuarieller Sicht der Grund­stein für eine Geschäfts­planung, die auf dem Vorsichts­prinzip des deutschen Handels­rechts fußt", so Dr. Lörper abschließend.

Hintergrund

Der Höchst­rechnungs­zins wird oft mit dem Garantie­zins gleich­esetzt. Dabei handelt es sich hierbei um verschiedene Werte! Unter dem Begriff Garantie­zins verstehen Experten den Wert, den Versicherungen ihren Kunden bei der Beitrags- und Leistungs­berechnung mindestens zusichern. Zur langfristigen Erfüllung dieser Garantien schreibt das Handels­gesetzbuch (HGB) vor, dass Unternehmen entsprechende Rück­stellungen in ihrer Bilanz zu bilden haben. Diese Rück­stellungen werden mit dem sogenannten Reservierungs­zins ermittelt, der laut gesetzlichen Vorgaben den vom Bundes­finanz­ministerium letzt­endlich fest­gelegten Höchst­rechnungs­zins nicht überschreiten darf.

In der Vergangenheit waren Reservierungs- und Garantie­zins in der Regel gleich hoch. Künftig werden die Unternehmen bei der Fest­legung des Garantie­zinses auch das neue Aufsichts­regime Solvency II berücksichtigen müssen. Das bedeutet: Die Höhe der Eigen­kapital­ausstattung bestimmt, ob der Garantie­zins ausgenutzt werden kann.

Die bisherige Grund­lage der Berechnung des Höchs­trechnungs­zinses sind Szenarien, denen die von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffent­lichte Rendite europäischer AAA-gerateter Staats­anleihen mit zehn­jähriger Lau­fzeit zugrunde liegen, von denen die Durch­schnitts­rendite der vergangenen zehn Jahre berechnet wird. Unter Annahme verschiedener Zins­entwicklungen werden diese Durchschnitts­renditen in die Zukunft projiziert. Zur finalen Bestimmung des Höchst­rechnungs­zinses wird der berechnete Mittel­wert mit 0,6 multipliziert. Der Höchst­rechnungs­zins stellt laut Gesetz eine Ober­grenze dar, die nicht über­schritten werden darf.

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erik.staschoefsky@aktuar.de
0221/912 554-231

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