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Niedrigzinsphase: Herausforderung für die deutschen Lebensversicherer – Sachverstand der Aktuare gefragt

Berlin, 28. April 2013

​Das aktuelle Kapital­markt­umfeld in Europa wird weiterhin stark durch die Finanz­krise bestimmt. Die Renditen von Staats­anleihen der Peripherie­länder steigen an und erreichen Niveaus, bei denen sich die Frage nach der Trag­fähigkeit durch die öffentlichen Finanzen dieser Länder stellt. Dies führt im Ergebnis dazu, dass fest­verzinsliche Anlagen guter Bonität, wie deutsche Staats­anleihen, niedrige Renditen aufweisen: Die Rendite zehn­jähriger Bundes­anleihen betrug im Mittel der letzten fünf Jahre 3,1 %, aktuell gehen die Renditen aller europäischen Staats­anleihen auf historische Tief­ststände zurück, die 10-jährige Bundes­anleihe rentiert nur noch um den Wert von 1,25 %. Die Renditen kürzer laufender Staats­anleihen der Bundes­republik Deutschland sind teilweise sogar negativ.

Schwierige Situation für den Bestand

Die durch­schnittliche Garantie­verzinsung in der deutschen Lebens­versicherung beträgt derzeit 3,15 %. Die laufende Verzinsung von rund 3,7 % liegt damit nur noch um 0,55 % über den von den Unter­nehmen durch­schnittlich ausgesprochenen Garantien. Hält diese Situation an, so wird es für die Unter­nehmen immer schwieriger, den Garantie­zins zu erwirtschaften. Dieses Problem wird durch die Einführung der Zins­zusatz­reserve, die die Versicherer seit 2011 als Zusatz­puffer aufbauen müssen, manifestiert: Die Zins­zusatz­reserve nimmt einen Teil der zukünftigen Probleme bereits in den aktuellen Rechnungs­abschlüssen vorweg. Eine weitere Verschärfung der Situation könnte sich durch die Vorschriften für die Kapital­ausstattung der Versicherer unter dem neuen gemeinsamen Aufsichts­system Solvency II in Europa ergeben, die derzeit in Brüssel verhandelt werden.

Die Probleme für den Bestand können die Unter­nehmen durch Optimierung der Kapital­anlage und konsequentes Kosten­management in den Griff bekommen. Zusätzliche Spiel­räume könnte der Gesetz­geber durch die Reform nur scheinbar verbraucher­freundlicher Regulierungen schaffen – zum Beispiel durch die Einführung einer Teil­kollektivierung der freien RfB oder eine Anpassung der Beteiligung der Versicherungs­nehmer an den Bewertungs­reserven auf fest­verzinsliche Wert­papiere. Diese ist aus Gründen der Verteilungs­gerechtigkeit zwischen den Versicherungs­nehmern ohnehin abzulehnen. In der Niedrig­zins­phase beschädigt sie die Risikotragfähigkeit.

Neugeschäft: Innovative Produkte mit stärkerer Anpassung an die Kapitalmärkte

Beim Neugeschäft der deutschen Lebens­versicherer sind Innovations­kraft und größere Flexibilität bei der Produkt­gestaltung notwendig, z. B. durch Abschnitts­garantien, die sich dem jeweiligen Zins­niveau am Markt anpassen. Neue Produkte mit geringeren Garantie­kosten könnten sogar eine bessere Performance aufweisen als klassische Policen. Aber auch diese sollten weiterhin im Markt angeboten werden, um den Bedarf derjenigen Kunden, die sich aus­drücklich für eine lebenslange Garantie entscheiden, abdecken zu können. Dementsprechend erwartet die DAV einen breiteren Produkt­mix, bei dem jeder Kunde genau die Lösung finden sollte, die seinen individuellen Sicherheits- und Rendite­wünschen entspricht.

Fazit

Die anhaltende Niedrig­zins­phase ist eine große Heraus­forderung, die nur im Zusammen­wirken von Lebens­versicherern, Gesetz­geber und Auf­sicht zu bewältigen ist. Die Unter­nehmen sind bei ihrem Kapital­anlage- und Kosten­management gefordert, im Rahmen einer grund­legenden Renovierung der Lebens­versicherung müssen die Garantien neuer Produkte stärker an die Gegeben­heiten der Kapital­märkte angepasst und damit flexibler gestaltet werden. Gesetz­geber und Aufsichts­amt sind aufgerufen, die für die Kapital­ausstattung der Lebens­versicherer zentralen gesetz­lichen Regelungen zu überprüfen. Die Aktuare stehen mit ihrem Know-how für eine sachgerechte und transparente Umsetzung der Anforderungen und gesetzlichen Regelungen.

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Ansprechpartner für die Presse:

Erik Staschöfsky
erik.staschoefsky@aktuar.de
0221/912 554-231

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