Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Anmelden

Pressemeldung

 Inhalts-Editor ‭[4]‬

Pressemeldungen

DAV begrüßt „Pflege-Bahr“ und sieht keine Anhaltspunkte für Kostenexplosion wegen des Kontrahierungszwanges

Berlin, 25. April 2013

Die Deutsche Aktuar­vereinigung (DAV) begrüßt die Einführung der geförderten ergänzenden Pflege­versicherung (GEPV) durch die Bundes­regierung. Mit der GEPV ist erstmals eine fakultative privat­rechtliche Versicherung entstanden, die praktisch der gesamten Bevölkerung, unabhängig vom Gesundheits­zustand des Einzelnen, eine Absicherung ermöglicht. Sie bietet damit eine interessante Möglichkeit, die bewusst nur als Teil­absicherung konzipierte Pflege­pflicht­versicherung bedarfs­gerecht zu ergänzen.

Die GEPV folgt dem gleichen Kalkulations­prinzip wie die private Pflege­pflicht­versicherung. Neben dem Anteil am Beitrag, der das Risiko abdeckt, ein Pflegefall zu werden, enthält der Beitrag einen verzinslich angelegten Sparanteil, um für das Alter vorzusorgen, in dem typischer­weise das Pflege­risiko deutlich ansteigt. In der Pflege­versicherung ist der Spar­anteil am Beitrag im Vergleich zum Risiko­anteil in jungen Jahren wesentlich höher als in der privaten Kranken­versicherung, weil bei jungen Menschen das Risiko einer Pflege­bedürftigkeit relativ gering ist. Deswegen ist ähnlich wie in der Alters­vorsorge eine lange Anspar­phase von großer Bedeutung.

Bei der Kalkulation der Tarife konnten die Kranken­versicherungs-Aktuare auf eine 25-jährige Erfahrung bei Pflege­zusatz­versicherungen und fast 20 Jahre bei der Pflege­pflicht­versicherung zurück­greifen. Da über die soziale und private Pflege­pflicht­versicherung die gesamte Bevölkerung erfasst ist, war eine stabile Kalkulation der Pflege­fall­wahr­scheinlich­keiten und der Verteilung auf die einzelnen Pflege­stufen möglich.

Aktuarielle Heraus­forderungen stellten aller­dings zwei Elemente der GEPV dar: Die neu eingeführte Pflege­stufe 0 für Personen mit ein­geschränkter Alltags­kompetenz und der Kontrahierungs­zwang. Für die Kalkulation der Leistungen der Pflege­stufe 0 konnten die Aktuare die aktuellsten bundes­weiten Studien über Prävalenz und Inzidenz von Demenz sowie über den Zusammenhang zwischen Demenz und den verschiedenen Pflegestufen heranziehen. Um mögliche negative Auswirkungen des Kontrahierungszwanges auf die Beitrags­entwicklung auszuschließen, konnten die Aktuare verschiedene Maß­nahmen treffen. Zusätzlich zu dem klassischen Sicherheits­zuschlag, der bei den meisten Tarifen zwischen 5 und 10 Prozent liegt, wirkt z. B. die gesetzliche Regelung einer fünf­jährigen Warte­zeit nochmals als 5-prozentiger Sicher­heits­aufschlag. Die Kalkulation mit einem Rechnungs­zins von nur 2,75 Prozent bewirkt, dass auch in der aktuellen Niedrig­zins­phase in den ersten Jahren erhebliche Über­zinsen erzielt werden (die Netto­verzinsung der PKV-Unternehmen lag im Jahr 2012 bei über 4 Prozent), die aus­schließlich für die Versicherten der GEPV verwendet werden und beitrags­stabilisierend eingesetzt werden können.

Bei manchen Unter­nehmen ist der Abschluss der GEPV auch Voraussetzung für die Versicherung nach einem ungeförderten Pflege­zusatz­tarif. Damit wird erreicht, dass auch in großem Umfang Versicherte mit gutem Risiko den geförderten Tarif abschließen und dort damit eine ausgewogene Bestands­struktur erreicht wird. Schließ­lich bietet auch die staat­liche Förderung von 60 Euro im Jahr einen Anreiz für alle – Gesunde wie Kranke –, sich zu versichern.

Daher geht die DAV davon aus, dass alle Vermutungen, die Beiträge in den Tarifen der GEPV würden wegen des Kontrahierungs­zwanges nach einigen Jahren massiv steigen, völlig haltlos sind. Unbegründet ist auch der von einigen Seiten geäußerte Vorwurf, die Förderung würde durch die ein­kalkulierten Kosten völlig aufgezehrt: Da maximal 10 Prozent des Beitrages als Verwaltungs­kosten einkalkuliert werden dürfen, sind das z. B. bei dem Standardbeitrag von 15 Euro 1,50 Euro im Monat oder 18 Euro im Jahr – gegenüber 60 Euro Förderung.

Pressemeldung als PDF

 Inhalts-Editor ‭[3]‬

 SpLoginControl - LoginControl

Login


Adressnr.:
Passwort:

 Inhalts-Editor ‭[2]‬

Weitere Informationen

Ansprechpartner für die Presse:

Erik Staschöfsky
erik.staschoefsky@aktuar.de
0221/912 554-231

Presseverteiler

Wenn Sie die neuesten Pressemitteilungen von DAV, DGVFM und IVS sowie Informationen zu Terminen, Pressekonferenzen und Veranstaltungen erhalten möchten, können Sie sich in unseren Presseverteiler aufnehmen lassen.

Bitte wenden Sie sich hierzu an die Presseabteilung: presse@aktuar.de, Tel.: 0221 / 912554-231.

 Inhalts-Editor ‭[1]‬

DAV
DGVFM
IVS

Kontakt
Impressum
Datenschutz

Unsere Mitglieder
Unsere Themen
Unsere Veranstaltungen

Ausbildung DAV
Ausbildung IVS
Ausbildung CERA

Pressemeldungen
Aktuar Aktuell
Stellenanzeigen