Deutsche Aktuarvereinigung legt neue Sterbetafeln für Lebensversicherungen vor
Die Lebenserwartung der Deutschen steigt weiter. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) bei der Veröffentlichung ihrer neuen Sterbetafeln 2008 T für Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter. Hierzu zählen Kapitallebensversicherungen, fondsgebundene Lebensversicherungen und Risikolebensversicherungen, von denen pro Jahr rund 2 Millionen Neuverträge abgeschlossen werden. In der versicherungsmathematischen Analyse der vorliegenden Datenbestände hat sich auch erneut bestätigt, dass Männer über alle Altersgruppen hinweg ein höheres Todesfallrisiko haben als Frauen und Raucher durchschnittlich früher sterben als Nichtraucher.
Für die Erstellung der neuen Rechnungsgrundlagen, die nach Einschätzung der Aktuare ab dem 1. Januar 2009 angewendet werden sollten, wurden sowohl Bevölke-rungsdaten des Statistischen Bundesamtes als auch Versichertendaten aus den Pools mehrerer Rückversicherungsunternehmen und 47 Gesellschaften unterschied-licher Größe aus den Jahren 2001 bis 2004 mit insgesamt mehr als 100 Millionen Bestandsjahren herangezogen. Für die aus der neuen Sterbetafel abgeleiteten Raucher- und Nichtrauchersterbetafeln (DAV 2008 T R und T NR) wurden Informationen zum Rauchverhalten aus den statistischen Befragungen deutscher Haushalte (Mikrozensus) und die Erkenntnisse internationaler Studien berücksichtigt.
Die Daten zur Sterblichkeit der Versicherten weichen von den Zahlen der Bevölkerung nachweislich ab. Betrachtet über alle relevanten Alter liegt die Sterblichkeit der versicherten Männer im Mittel bei 65 % der Sterblichkeit der Männer in der Gesamtbevölkerung, bei den versicherten Frauen bei 76 %.
Im Einzelnen haben die Berechnungen der DAV ergeben, dass von 1.000 versicherten 30-jährigen Personen nach der neuen DAV 2008 T nun im Vergleich zur vorhergehenden Tafel DAV 1994 T deutlich mehr Personen bis zum 65. Lebensjahr überleben.
Von 1.000 Personen im Alter von 30 Jahren leben im Alter von 65 Jahren noch:
- Männer: nach DAV 1994 T: 782; nach DAV 2008 T: 886; Differenz: 104
- Frauen: nach DAV 1994 T: 890; nach DAV 2008 T: 932; Differenz: 42
Bei Rauchern/Nichtrauchern wurden nachfolgende Größenordnungen festgestellt:
Von 1.000 Personen im Alter von 30 Jahren leben im Alter von 65 Jahren noch
- Männer: nach DAV 2008 T Raucher: 812; nach DAV 2008 T Nichtraucher: 908
- Frauen: nach DAV 2008 T Raucher: 881; nach DAV 2008 T Nichtraucher: 942
In allen Tafeln zeigen sich erhebliche Unterschiede der Sterblichkeiten von versicherten Männern und versicherten Frauen. Deshalb sind nach Geschlecht getrennte Sterbetafeln aus aktuarieller Sicht weiterhin angemessen und notwendig.
Die neuen Tafeln werden nur für die Kalkulation neuer Verträge verwendet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird sich kaum ändern, es gibt jedoch eine Verschiebung hin zu einer höheren garantierten Leistung und einer geringeren Leistung aus Überschussbeteiligung.
Für Lebensversicherungen des Bestandes mit Todesfallcharakter gibt es keine Änderungen. Eine Auffüllung der Reserven für bestehende Verträge ist nicht erforderlich.
Weitere Hintergrundinformationen
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Geschäftsführer Deutsche Aktuarvereinigung e.V.
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